Fußballverein 08 Unterkochen

Chronik eines Jahrunderts

In den Sommer 1908, zu einem Zeitpunkt, wo der Mensch noch nicht von Unrast und Nervosität befallen war, fällt das Gründungsjahr des heutigen FV 08 Unterkochen. Kaum über ein Dutzend hoffnungsvoller junger Männer hat sich damals zusammengeschlossen, um einen Verein zu gründen, der sich die Ausübung des Fußballsports zur Aufgabe machte.

stehend von links: Karl Starz, Anton Stütz, Josef Mahler, Alfred Schurr, Hans Stütz, Vorstand Josef Honold
kniend von links: Josef Geiger, Josef Seitz, Kurt Nichter, Fritz Wahl, Gebhard Schimmel, Tormann Stefan Wahl

Wenn es auch in größeren und mittleren Städten damals schon Fußballabteilungen gab, so war es doch für eine Landgemeinde ein Wagnis, mit der Gründung eines Fußballvereins an die Öffentlichkeit zu treten. Die große Mehrheit der Einwohnerschaft stand einem solchen Vorhaben ablehnend gegenüber. Den ersten Grundstein am Aufbau unseres heutigen FV 08 legte Gebhard Schimmel. Er leitete die Gründungsversammlung, die im Gasthaus „Traube“ stattfand, in die Wege. (Anm.: Das Gasthaus „Traube“ stand einst nahe des heutigen Gasthauses „Stern“.)

Mit Einstimmigkeit und einem Treuegelöbnis wurde der FV 08 Unterkochen aus der Taufe gehoben und dem Verein zugleich die innere Form gegeben. Die erste Vereinsleitung setzte sich aus folgenden Männern zusammen: 1. Vorsitzender Anton Gauckler, 2. Vorsitzender Josef Honold, Schriftführer und Kassierer Josef Seitz, Spielführer Gebhard Schimmel.

Dem Verein gehörten im ersten Jahrzehnt nur aktive Mitglieder an. Sportgeräte, Sportkleidung, Fahrtauslagen usw. mussten aus eigener Tasche bestritten werden.

Die erste große Aufgabe entstand dem jungen Verein in der Beschaffung eines Spielfeldes. Entgegenkommenderweise erklärte sich die Unterkochener Firma Gebrüder Wöhr bereit, ein solches unterhalb der Fabrikanlage zur Verfügung zu stellen. Somit ist Fabrikant Philipp Wöhr als erster Gönner und Förderer in die Vereinsgeschichte eingegangen.

Den Platz bespielbar zu machen war dann selbst Aufgabe der Spieler. Der Spielbetrieb wickelte sich bis zu Beginn des ersten Weltkrieges nur im Rahmen von Privatspielen ab, wobei die Vereine MTV Aalen, Viktoria Wasseralfingen, TV Ellwangen, Normannia Gmünd, TV Bopfingen, VfB Heidenheim, TV Heidenheim und TV Nördlingen die Spielpartner waren.

Im Jahre 1911 wurde Josef Honold 1. Vorsitzender.

Diese hoffnungsvolle Aufwärtsentwicklung wurde durch die Kriegsjahre 1914 bis 1918 jäh unterbrochen. Fast alle Sportkameraden zogen in den Krieg, aus dem Johann Stütz, Josef Seitz, Gebhard Schimmel, Anton Schäffauer, Albert Steinacker, Maximilian Steinacker und Stefan Wahl nicht mehr in die Heimat zurückkehrten.

Langsam lebte danach das Vereinsleben wieder auf. Am 4. September 1919 versammelten sich die einstigen Kämpen mit neuen Anhängern im Gasthaus „Stern“. Josef Honold übernahm wiederum das Amt des 1. Vorsitzenden. Bereits drei Tage später wurde der Spielbetrieb wieder aufgenommen und das erste Spiel nach dem Kriege gegen den MTV Aalen auf dem Platz „Wacht am Rhein“ ausgetragen. (Anm.: Dieser Platz wurde benannt nach dem dort befindlichen Gasthaus „Zur Wacht am Rhein“. Er befand sich in etwa dort, wo sich der Baustoffhandel Werner Weber, heute Fliesen Kemmler befindet.)

Spiel auf dem Platz „Wacht am Rhein“

Es folgten danach laufend Freundschaftsspiele, u.a. auch gegen den seinerzeit sehr spielstarken FC 1896 Stuttgart. Die Spieleinnahmen wurden meistens wohltätigen Zwecken und zur Betreuung der Kriegsgefangenen zur Verfügung gestellt.

Die erste Verbandsrunde begann am 12. Oktober 1920 in der B-Klasse, Hohenlohegau, wobei der FV 08 gegen Schwäbisch Hall, TV Ellwangen, Viktoria Wasseralfingen und MTV Aalen zu spielen hatte. Am Ende der Saison spielte eine Auswahlmannschaft auf dem Platz „Wacht am Rhein“ in Aalen gegen die Stuttgarter Kickers, die seinerzeit als beste A-Klassenmannschaft von Württemberg galt. Die Partie endete vor ca. 3000 Zuschauern mit 2:1 für die Auswahl. In der Auswahl wirkten die 08-Spieler Albert Kling, Anton Willier, Hermann Weiland und Gentner mit.

1921 wurde Josef Honold vom Vereinsmitbegründer, Ehrenmitglied und Altbürgermeister Anton Stütz abgelöst. Ihm folgte in diesem Amt bis 1928 Josef Zeller. Dann versah Albert Kling den Posten des Vorsitzenden bis zum 25-jährigen Vereinsjubiläum im Jahre 1933.

Besondere Höhepunkte in diesem Jahr waren die Spiele gegen die Elf des 1. FC Nürnberg und mehrere Spiele gegen den 1921 gegründeten Patenverein VfR Aalen.

An der Jahresschlussfeier 1922 wurden die Spieler Schurr, Kling, Uttenlauch, Weiland, Mayer und Willier für ihre Teilnahme an über 100 Spielen geehrt. Das Jahr 1923 brachte 08 die erste Meisterkrone und den Aufstieg in die Gauklasse. Da mangels eines eigenen Sportplatzes sämtliche Spiele auf dem Platz des VfR Aalen ausgetragen werden mussten, gilt dies als ganz besondere Leistung. In den Jahren 1924/25 wurde der Spielbetrieb auf dem heutigen RUD-Gelände ausgetragen.

1924

stehend von links: Josef Mayer, Otto Weiland, Fritz Wahl, Hermann Weiland, Hermann Bauer
kniend von links: Josef Uttenlauch, Anton Willier, Eduard Litzel
sitzend von links: Alfred Schurr, Ludwig Müller, Bernhard Dolderer

1925 1. Mannschaft

stehend von links: Ph. Abele, Paul Seitz, Josef Mayer, Johann Schmid, Hermann Weiland, Hans Bullinger, Hans Zeyer, Kaspar Abele
kniend von links: Josef Uttenlauch, Hermann Bauer, Alfred Schurr

1926 konnte dann die Gemeinde Unterkochen am Häselbach ein Gelände erwerben, das dem FV 08 zur Verfügung gestellt wurde. Heute liegen dort unsere herrlichen Sportanlagen.

1928

von links: Josef Mayer, Ludwig Müller, Hans Schmid, Bernhard Dolderer, Albert Kling, Theo Staudenmeyer, Vincenz Sternbacher, Alfred Schurr, Hermann Weiland, Josef Uttenlauch, Anton Willier

Die Verbandsrunde sah unsere damalige Mannschaft erneut erfolgreich, wurde doch am 30. Januar 1927 in Urbach die Meisterschaft und der Aufstieg in die Kreisliga errungen. Bei der Ankunft wurde die siegreiche 08-Elf am Bahnhof in Unterkochen mit Musik und von den örtlichen Vereinen mit Fahnenabordnungen sowie einer großen Menschenmenge empfangen.

Die folgenden Jahre brachten wechselhafte Erfolge, wie es nun einmal im Fußballsport der Fall ist.

Ab dem Jahre 1932, als der FV 08 Unterkochen wieder den Aufstieg schaffte, erfolgte die Zuteilung zum Kreis Hohenstaufen mit den Spielbegegnungen Göppingen, Urbach, Uhingen, Reichenbach, Donzdorf, Faurndau, Kirchheim/Teck, Geislingen und VfR Aalen.

25-jähriges Jubiläum mit Fahnenweihe

Eine gelungene und würdige Feier war unser 25-jähriges Vereinsjubiläum, das in der Woche vom 11. bis 18. Juni 1933 unter der Leitung des damaligen 1. Vorsitzenden Albert Kling stattfand. Der vorausgegangenen Pokalwoche, woran sich der VfR Aalen sowie Wasseralfingen, Lorch, Oberkochen und Herbrechtingen beteiligten, schloss sich das Festbankett im „Stern“-Saal am Samstagabend an, wobei Albert Kling, Hugo Häußler vom Landessportverband, Amtsverweser Weber, Wilhelm Stuzmann vom VfR Aalen sowie Dr. Wörner vom Stadtverband für Leibesübungen, Aalen, die Ansprachen und Gratulationen übernahmen. Vorsitzender Albert Kling gedachte der verstorbenen und gefallenen Vereinskameraden. Er brachte seine Freude über das Gelingen der Fahnenweihe zum Ausdruck. Dabei vergaß er auch nicht, dem Spendeund Opfergeist der Einwohnerschaft und seinen Vereinskameraden, welche die Beschaffung der Vereinsfahne ermöglichten, herzlich zu danken.

1933 Festdamen

von links: Sophie Schäffauer, Reinhold Schäffauer, Fanny Bledl, Lisbeth Schäffauer, Hedwig Bruder, Maria Hötzel, Hedwig Salat, Sophie Hammer, Ottilie Schäffauer, Rosa Maier, Berta Abele, Anton Willier

Am Sonntag, 18. Juni, folgte die kirchliche Fahnenweihe, der sich eine Gefallenenehrung am Kriegerdenkmal anschloss. Der Festzug der Sportvereine bewegte sich nachmittags durch die festlich geschmückten und von Zuschauern umsäumten Straßen zum Sportplatz. Ehrenvorstand Anton Stütz gab in seiner Festrede den Sport treibenden Vereinen ein schönes Zeugnis, worauf die Fahnenübergabe unter begleitenden Worten von Fräulein Abele und Fräulein Salat als flatterndes Banner erfolgte. Für das Jubiläumsspiel selbst war die Pokalmannschaft des 1. FC Nürnberg verpflichtet worden. Endergebnis 2:6.

Ein weniger erfreuliches „Geschenk“ der Verbandsleitung war die Neueinteilung für die Verbandsrunde 1933/34, wobei die Zuteilung nach den Einwohnerzahlen der Ortschaften und Städte erfolgte: Trotz unseres dritten Tabellenplatzes mussten wir den Weg in eine niedrigere Klasse, in die Kreisklasse I KocherJagst, antreten, wo wir in den folgenden Jahren neben Giengen mehrmals die Meisterschaft holten.

Eine neuerliche Begegnung mit der Pokalmannschaft des 1. FC Nürnberg am 17. Juni 1934, bei der wir mit 1:8 unter die Räder kamen, verfehlte ihre Anziehungskraft nicht. Unsere Mannschaft spielte in der Aufstellung: Reck, Hammer, Martin, Hieber, Kling, Schäffauer, Hofmann, Willier, Maurer, Schurr, Ackermann.

1934 A-Jugend

stehend von links: Josef Knödel, Anton Stelzer, Hans Höfer, Paul Maurer, Engelbert Mack, Hermann Maier, Alois Hopfensitz, Josef Wiesenfarth
sitzend von links: Anton Schmid, Otto Merz, Ullrich Kurz

1937/38

von links: Otto Ackermann, Hermann Schäffauer, Otto Hofmann, Fritz Hieber, Paul Maurer, Albert Kling, Martin Reck, Anton Martin, Josef Willier, Anton Willier, Ernst Schäffauer, Georg Hammer

Wie sich aus Gesprächen mit älteren Mitgliedern ergab, kann der FV 08 bereits auf eine 87-jährige Jugendarbeit zurückblicken, denn schon 1921 spielte eine A-Jugend. In den Jahren ab 1925 sogar schon eine A- und B-Jugend.

Mit dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges im Jahre 1939 sah die Vereinsleitung Herrn Dr. Schöttle an ihrer Spitze. Der Spielbetrieb konnte bis 1943 bedingt aufrecht erhalten werden. 1942 wurde die Bezirksmeisterschaft mit folgender Mannschaft errungen:

1942 Bezirks-Meister

stehend von links: Abteilungsleiter Fehr, Ackermann, Hofmann, Höfer, Schurr, Rieck, Geigle, Hieber, Hammer, Schmid
kniend von links: Seiferle, Schäffauer, Kieninger

1942 A-Jugend

stehend von links: Trainer E. Schäffauer, N. Willier, E. Wiesenfarth, J. Schäffauer, A. Geiger, E. Geiger, O. Maier, F. Hahn, K. Merz
kniend von links: O. Schimmel, K. Hahn, A. Bullinger, A. Hofmann

Aus dem Kriegsgeschehen nicht mehr heimgekehrt sind:

Josef Auchter, Kurt Beck, Richard Beck, Josef Beerhalter, Xaver Brelle, Albert Bullinger, Josef Bullinger, Erich Burgenmeister, Melchior Eiberger, Hans Friedel, Eduard Gaff, Josef Geiger, Karl Geißinger, Richard Geißinger, Albert Greul, Alfred Hahn, Fritz Hahn, Kuno Hahn, Karl Hammer, Walter Hauser, Bernhard Hirschle, Georg Höfer, Hans Höfer, Ulrich Joas, Ulrich Kurz, Hans Lang, Josef Lindner, Anton, Maier, Clemens Maier, Hermann Maier, Josef Maier, Otto Maier, Karl Morassi, Clemens Rieck, Kurt Reck, Josef Seltz, Josef Schäfauer, Gebhard Schimmel, Otto Schimmel, Albert Schneider, Anton Scholl, Konrad Sternbacher, Hans Stütz, Franz Stumpf, Willi Unterzuber, Wilhelm Weber, Erich Wiesenfarth, Hans Wiesenfarth, Albert Winter, Theodor Wöhr, Walter Zeiher.

Ein Wiederaufleben machte sich erst im August 1945 bemerkbar, nachdem von der Militärregierung die Genehmigung dazu erteilt worden war. Man befasste sich ausschließlich mit Privatspielen, die bis zum Januar 1946, dem Beginn der Verbandsrunde, anhielten. Für diese ganzen Wiederaufbauarbeiten, die durch die Wirren der Nachkriegszeit stark in Mitleidenschaft gezogen waren, setzte sich Vereinskamerad Anton Willier besonders tatkräftig ein, was ihm bei der ersten Generalversammlung dann den Posten des 1. Vorsitzenden einbrachte.

Der frühere Sportplatz Heselbach wurde während des Krieges umgeackert und zu Gemüsegärten abgegeben, so dass die Spiele anfangs ebenfalls wieder auf fremden Plätzen ausgetragen werden mussten, bis dann schließlich das Gelände beim Läuterhäusle pachtweise von der Firma Hengst erworben werden konnte.

1947 Damen-Handballmannschaft

von links: Hilda Albrecht, Hedwig Geiger, Inge Hopfensitz, Klärle Traub, Hermine Schreiner, Rosl Wengenmayr, Hilde Hauser, Gertrud Starz, Lisa Hauser, Gaby Morassi, Erna Rösler

Im Mai 1946 wurde eine Damenhandballmannschaft gebildet, die sich aber nach einigen Jahren ihrer Tätigkeit wieder auflöste.

Die Privatspiele im Jahre 1946 gegen die Stuttgarter Kickers und den VfB Stuttgart verdienen besonders hervorgehoben zu werden, wobei die Kickers einen wirklichen Lehrfußball zeigten. Die Verbandsrunde des gleichen Jahres brachte uns neben dem Gruppensieg auch den Aufstieg zur Bezirksklasse, wo wir nach Beendigung der Verbandsrunde an zweiter Stelle zu finden waren. Den bei der am 8. August stattgefundenen Generalversammlung freigewordenen Posten des 1. Vorsitzenden übernahm entgegenkommenderweise Vereinskamerad Theodor Staudenmayer, um denselben im Jahre 1948 wieder in die Hände von Vorstand Anton Willier zurückzugeben.

1948 40-jähriges Jubiläum

stehend von links: Norbert Willier, Otto Auchter, Karl Schäffauer, Helmut Hauser, Josef Groß, Erwin Geiger, Hubert Zeller, Josef Raichle
kniend von links: Walter Morassi, Ali Padzior, Rudi Häring.

Unser 40-jähriges Vereinsjubiläum, das in den Tagen vom 18. bis 22. August 1948 stattfand, stand im Zeichen der Pokalspiele, woran sich die Vereine Wasseralfingen, Neresheim, SSV Aalen, VfR Aalen und Oberkochen beteiligten. Sieger wurde der SSV Aalen bei den Aktiven und unsere Mannschaft beim Jugendwettbewerb. Beim Festbankett selbst hatte Vorstand Anton Willier einen Überblick über das Vereinsleben seit seinem Bestehen gegeben und verteilte anschließend rund 50 Jubilarehrungen. Für das Jubiläumsspiel hatte man den TSV Crailsheim verpflichtet.

Eine große Förderung des Sportlebens war durch die Erstellung des Sporthauses 1949 zu verzeichnen. Der sportliche Erfolg ist durch unsere A-Jugend mit der Erringung der Kreisjugendmeisterschaft hervorzuheben.

1949 Kreisjugendmeisterschaft A-Jugend

stehend von links: Rudi Stankowitz, Hans Staudenmayer, Otto Lindner, Eugen Dambacher, Ottmar Uttenlauch, Richard Beck, Paul Betzler, Hermann Weiland
kniend von links: Karl Ungar, Josef Weber, Karl Schmid

Eine weitere Neueinteilung brachte das Jahr 1950, wobei wir die Chance, in Ausscheidungsspielen zur Bezirksklasse aufzusteigen, nicht ausließen. Eine Veränderung in der Vereinsleitung gab es dadurch, dass Albert Kling wieder den Posten als erster Vorsitzender übernahm, ihn aber 1951, während seines Krankenhausaufenthaltes, an Vereinskamerad Rudolf Motschilnig übergab.

1952

von links: 1. Vorstand R. Motschilnig, R. Stankowitz, E. Dambacher, O. Auchter, S. Baier, H. Weiland, Ph. Abele, M. Hauber, H. Staudenmeyer, E. Geiger, K. Schäffauer, L. Stankowitz, J. Raichle, Abteilungsleiter F. Heß

Im Jahre 1952 lenkte dann nochmals Josef Zeller das Vereinsschiffchen, aber bereits 1953 übernahm Rudolf Motschilnig abermals den 1. Vorsitz.

1954 Aufstieg in die II. Amateurliga

von links: Trainer A. Beißwenger, Rudi Stankowitz, Hermann Stumpf, Hans Staudenmayer, Ottmar Uttenlauch, Hubert Zeller, Max Hauber, Hermann Weiland, Eugen Dambacher, Karl Schäffauer, Leopold Stankowitz, Otto Auchter, Vorstand Rudolf Motschilnig, nicht im Bild Josef Raichle

Die Verbandsspielrunde 1953/54 brachte dann wieder Höhepunkte in der Vereinsgeschichte des FV 08 Unterkochen. Die Mannschaft wurde Meister der A-Klasse und stieg in die zweite Amateurliga auf. Auch die Pokalmeisterschaft wurde errungen. Ebenso konnte die Reserve Meister werden. Die zweite Amateurliga konnte bis 1958/59 mit Erfolg gehalten werden.

In diesem Zeitraum konnten erste internationale Kontakte, 1953 mit der Schweiz (Großengstringen - Zürich) und 1954 mit Österreich (Telfs/Tirol) geknüpft werden.

1956 A-Jugend Bezirksmeister

stehend von links: Jugendleiter Otto Joas, Werner Willier, Karl Schurr, Otto Staudenecker, Karl Maier, Ernst Faul, Helmut Rolhand, Johann Weber, Alfons Schurr
kniend von links: Herbert Schmid, Georg Minnich, Josef Babel

1955/56 wurde die A-Jugend unter Leitung von Otto Joas Bezirksmeister.

1958 50-jähriges Vereinsjubiläum

von links: Otto Auchter, Leopold Stankowitz, Karl Schäffauer, Horst Hofmann, Karl Ackermann, Otto Staudenecker, Ottmar Uttenlauch, Gerhard Hasenöhrl, Alfons Schurr, Andras Krupp, Werner Willier

Von 1955 bis 1959 lag die Verantwortung der Vereinsführung in den bewährten Händen von Karl Lutz. Er war es auch, der das 50-jährige Vereinsjubiläum im Jahre 1958 lenkte und zur vollen Zufriedenheit aller Vereinsangehörigen, Gäste und Bürger der Gemeinde Unterkochen ausrichtete. Die Festtage vom 14. bis einschließlich 17. Juni 1958, mit einem großen Bunten Abend im Festzelt, Festbankett und einem Pokalturnier, an dem sich die Vereine SSV Aalen, Viktoria Wasseralfingen, FC Oberkochen und FC Dillingen beteiligten, bleiben in bester Erinnerung. Sportlicher Höhepunkt war die Begegnung mit den Stuttgarter Kickers, die einen Lehrfußball boten und unsere Elf mit 1:13 besiegten.

Bei der Generalversammlung 1959 übernahm Josef Hofele die Verantwortung aus den Händen von Karl Lutz.

Ein Jahr nach dem 50-jährigen Jubiläum in der Saison 1958/59 erfolgte der Abstieg in die A-Klasse. Nach fünf Jahren A-Klasse gelang am Ende der Saison 1964/65 der Wiederaufstieg in die zweite Amateurliga.

1962 wurde unter Gotthard Heuer eine Leichtathletikabteilung beim FV 08 ins Leben gerufen.

Einen Höhepunkt in der 08-Vereinsgeschichte bildete zweifellos die Einweihung des Häselbachstadions in einer Festwoche vom 21. bis 28. Juni 1964, wobei sich in einem Pokalturnier alle namhaften Vereine des Kreises Aalen beteiligten.

1965 Meister der A-Klasse

stehend von links: Vorstand K. Lutz, Trainer P. Schwarz, H. Schmied, D. Bulling, R. Kordon, E. Willier, O. Staudenecker, A. Schurr, F. Gentner, K. Meier, Vorstand J. Hofele, Abt.-Leiter E. Ludwig
kniend von links: B. Rathgeb, H. Geiger, A. Krupp, F. Bühler, E. Reule

1965 Meister der A-Klasse Reserve

stehend von links: K. Lutz, P. Schwarz, G. Hammer, A. Reinus, S. Lagies, H. Waldemar, B. Wolf, W. Willier, A. Scholl, Vorstand J. Hofele, Abt.-Leiter E. Ludwig
kniend von links: P. Schäfauer, H. Scholz, J. Maier, H. Wiedemann, K. Löffler

1967 I. und II. Mannschaft

stehend von links: Alfons Scholl, Anton Reinus, Karl Schlude, Manfred Rodel, Hans Dittrich, Alfons Schurr, Ewald Willier, Franz Sommer, Otto Staudenecker, Dieter Bulling, Bernd Rathgeb, Hans Scholz, Bernd Wolf, Otto Rein, Hans Oberdorfer, Trainer Paul Schwarz
kniend von links: Dieter Kuderer, Heiner Ehnis, Hermann Geiger, Stefan Lagies, Andreas Krupp, Helmut Amerein, Karl Schäffauer

Nachdem in der Saison 1966/67 nur knapp die Meisterschaft und der Aufstieg in die erste Amateurliga verfehlt wurde, gab es im Jubiläumsjahr einen schweren Rückschlag. Mehrere Stammspieler wurden verletzt, so dass man am Ende der Saison absteigen musste.

1968 Festbankett – 60-jähriges Jubiläum

von links: Erich Ludwig, Josef Hofele, Karl Lutz, FCO-Vorsitzender Hilgard, Abt.-Leiter Gotthard Heuer, Otto Kurz, Bürgermeister Peter Greindl, Josef Kurz, Hermann Wiedenmann, Jackl Streitle, Bezirksvorsitzender Eugen Hausch, Sportkreisvorsitzender Paul Ott, Kurt Ackermann, VfR-Vorsitzender Wilhelm Stuzmann, Altbürgermeister Anton Stütz.

Dies konnte die Vereinsführung nicht entmutigen, zeigt doch die Vereinsgeschichte viele Höhen und Tiefen, Erfolge und Misserfolge auf. Unter dem Leitsatz „Elf Freunde müsst ihr sein um siegen zu können“ bereitete man zielstrebig das 60-jährige Vereinsjubiläum vor.

Das von Vorstand Josef Hofele und seinen Mitarbeitern bestens vorbereitete Fest fand in der Zeit vom 14. – 23. 6.1968 statt. Gesellschaftliche Glanzpunkte waren ein Bunter Abend im Festzelt unter Mitwirkung namhafter Künstler von Funk und Fernsehen sowie ein Festbankett mitgestaltet von Unterkochener Vereinen.

Sportlicher Höhepunkt war ein sehr gut besetztes Pokalturnier mit namhaften Mannschaften unseres Bezirks.

Von 1968 -1972 führte Max Hauber den Verein. In diese Zeit fallen insbesondere die herausragenden Erfolge der DMM-Mannschaftswettbewerbe.

Sein Bestreben war neben den sportlichen Aspekten die Förderung des Ansehens des FV 08 in der Gesellschaft allgemein und der gesellschaftlichen Veranstaltungen im Besonderen.

Horst Mauß, seit 1955 2. Vorstand, trat 1972 seine Nachfolge an. Mit Hermann Wengenmayr, Ernst Faul, Josef Weber, Friedrich Babel, Heinz Behnke, Günter Scholl, Gerd Wolf, Ottmar Uttenlauch, Heinz Moldan, fand er über viele Jahre hinweg einen zuverlässigen Mitarbeiterstab. Ihnen sei mit unserer Gerti Bunzl und „Vater“ Karl Lutz stellvertretend für alle Mitarbeiter der vergangenen Jahre Dank gesagt.

Mit Inbetriebnahme der Sporthalle Unterkochen Ende 1973 eröffneten sich unserer sportlichen Betätigung neue, wesentlich verbesserte Möglichkeiten. Der Gemeinderat des noch selbständigen Unterkochen entschied sich 1972 zu diesem zukunftsorientierten Bau einer großen Sporthalle. Wir Vereine haben die Halle – in Ergänzung schulischer Inanspruchnahme – mit Leben erfüllt. Niemals war unsere Halle zu groß. Die vor einem Jahrzehnt festgelegte Hallenordnung hat generell auch heute noch Bestand, obwohl die Übungszeiten für uns unzureichend sind. Unsere Aktiven und Jugendlichen wurden in die Lage versetzt, auch während der „unwirtlichen Jahreszeit“ trainieren zu können.

In der Jugendarbeit waren wir Wegweiser für die Ende der 70er Jahre ins Leben gerufenen Hallenrunden auf Bezirks- und Landesebene.

Unsere Gymnastikabteilung fand endlich gute Möglichkeiten für Training, Vorführung und Veranstaltung.

1975 Aktive

stehend von links: Abteilungsleiter E. Faul, P. Schiele, Th. Reck, J. Tobler, A. Willier, Fr. Babel, E. Krämer, G. Brandl, Trainer F. Bühler
kniend von links: E. Otterski, H. Ehnis, K. Kieninger, R. Milz

Überaus erfolgreich gestaltete sich die Arbeit bei unserer Fußball-Jugend. Viele Meisterschaften in den Feldspielrunden und Hallenturnieren wurden errungen.

Die Einführung der Leistungsstaffel als Bindeglied zwischen Bezirks- und Kreisstaffel erfolgte aufgrund der Anregung des FV 08. Der C-Jugend-Leistungsstaffel gehört seit Anbeginn unsere Jugend an. Wenn unsere Jugendmannschaften oftmals führende Rollen spielen, ist das neben den Jungen selbst insbesondere den Betreuern zu verdanken.

1975/1976 C-Jugend Meister

stehend von links: Trainer Ottmar Uttenlauch, Klaus Stahl, Robert Rizzo, Franz Bredl, Werner Eichler, Carsten Uttenlauch, Stefan Schwarz
kniend von links: Thomas Bühler, Ottmar Schwarz, Gerd Maier, Bernd Schäffauer, Lothar Scholz, Michael Zeller, Rolf Maier

1976

stehend von links: Ernst Faul, Erhard Scholl, Hubert Gugel, Thomas Reck, Erich Krämer, Friedrich Babel , Xaver Wilhelm, Jörg Tobler, Trainer Franz Bühler, Masseur Gerd Wolf
kniend von links: Georg Brandl, Thomas Staudenmeyer, Luigi Scoma, Thomas Traub, Rudi Milz

Unseren Fußballspielern galt nach wie vor die Hauptarbeit der Verantwortlichen. Trotz aller Mühen blieb uns bei der 1. Mannschaft die so sehr gewünschte Meisterschaft versagt; dagegen konnte unsere über viele Jahre sehr gute Reserve wiederholt Meister werden. Im Spieljahr1982/1983 wurde an Stelle der Reserve eine 2. Mannschaft in der Kreisliga B angemeldet. Andreas Starz und Eberhard Amerein unterstützten zu dieser Zeit die hauptamtlichen Trainer der Aktiven, um den Spiel- und Trainingsbetrieb von 3 Mannschaften gleichzeitig zu gewährleisten. Im Hintergrund war Berthold Weber ein aktiver Förderer des Unterkochener Fußballsports in dieser Zeit.

1978 Sportheim im Häselbachstadion

In das Jahr 1978 fiel die Einweihung des Sportheims im Häselbachstadion.

Unserem herrlich gelegenen „Häselbachstadion“ fehlte bis zum Herbst 1978 immer noch das in der ursprünglichen Planung vorgesehene Umkleidegebäude. Dessen Fertigstellung erfüllte uns Sportler mit besonderer Freude, brachte es uns doch wesentliche Verbesserungen in der Ausübung unseres Sports in Training und Spielbetrieb. Der angegliederte Versammlungsraum ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Vereinsarbeit geworden.

1981/1982 A-Jugend Meister Leistungsstaffel und Kreispokalsieger

stehend von links: Trainer Carsten Uttenlauch, Otto Hogenfeld, Hansjörg Bulling, Bernd Rembold, Bernd Mauß, Sven Hofmann, Thomas Winkler, Jörg Ackermann, Helmut Funk
kniend von links: Thomas Rembold, Christoph Kegreiß, Kai Bühler, Stephan Hahn, Gerhard Kling, Thomas Weis

1981/1982 B-Jugend Meister Bezirksstaffel

stehend von links: Trainer Ottmar Uttenlauch, O. Weis, Dieter Stütz, Michael Ilg, Dieter Weiland, Ralph Kanditt, Frank Feuchter, Andreas Deigner
kniend von links: Frank Ackermann, Harald Scholz, Andreas Friedel, Tuncjay Albayrak, Dietmar Bulling, Michael Weiland

Hervorzuheben ist die Meisterschaft der B-Jugend der Bezirksstaffel im Spieljahr 1981/1982 mit den anschließenden Aufstiegsspielen zur Verbandsstaffel und der lang ersehnte Wiederaufstieg unserer A-Jugend in die Bezirksstaffel.

Nicht alle Mädchen unseres Vereins wollten sich auf die Tätigkeit in unserer Gymnastikabteilung beschränken und interessierten sich für Damenfußball im FV 08 Unterkochen. Nach gründlicher Vorbereitung spielten die Damen ein volles Jahr in Freundschaftsspielen, um im Spieljahr 1980/81 erstmalig in der Verbandsrunde der Damen-Bezirksliga um Punkte zu spielen. Bärbel Wiedenmann war die treibende Kraft zur Bildung einer Damenmannschaft des FV 08 Unterkochen, entsprechend unterstützt von Günter Scholl, der im Frühjahr 1980 als Trainer gewonnen wurde.
Den Anfang wagte nachfolgender Personenkreis des angeblich „schwachen Geschlechts“, die sich diesem harten „Männersport“ verschrieben haben: Heike Abele, Jutta Ackermann, Gerlinde Bernecker, Karin Buck, Birgit Erben, Andrea Felgenhauer, Marion Feuchter, Ulrike llg, Sabine Keller, Dorit Mauß, Karin Mayer, Lydia Rizzo, Elke Schäffauer, Sabine Schmidt, Eva Scholl, Bärbel Wiedenmann.
Durch gute und kontinuierliche Arbeit innerhalb der Abteilung belegten unsere Mädchen in der Saison 1982/83 den 1. Tabellenplatz und damit die Meisterschaft in der Kreisliga-Gruppe II. Auf der Höhe des Erfolges und trotz des damit verbundenen Aufstiegs in die Bezirksstaffel beendeten zahlreiche Spielerinnen mit dem Erreichen der Meisterschaft ihre kurze, aber erfolgreiche Fußballerinnen-Karriere. So konnte der FV 08 in der Saison 1983/84 keine Mannschaft mehr zum Spielbetrieb anmelden.

stehend von links: G. Bauer (Betreuerin), U. llg, M. Feuchter, G. Scholl (Trainer), E. Schäffauer, S. Keller, E. Scholl, M. Wesiak, G. Bernecker
kniend von links: M. Jani, H. Sperrung, M. Schmid, K. Zeller, B. Wiedenmann, Cl. Oberle

Die Abteilung Damenfußball überlebte diesen Einschnitt nicht und musste zum Leidwesen der Vereinsverantwortlichen nach wenigen Jahren wieder aufgelöst werden. Aber, wer weiß, vielleicht finden sich ja im zweiten Jahrhundert der Vereinsgeschichte wieder einmal genügend fußballbegeisterte Damen in Unterkochen, um eine Abteilung Damenfußball wieder aus der Taufe heben zu können.

Gerti Bunzl, Karl Lutz und Heinz Behnke, der neben jahrelanger Fahrtätigkeit für die Fußballjugend auch die Gymnastikgruppe sicher zu ihren Einsatzorten brachte

Neben den Fußballspielern wurde unsere Gymnastikabteilung immer Stärker zu einer tragenden Säule des Vereins. Unsere niemals müde werdende Gerti Bunzl stellte eine Vorführgruppe zusammen, die während vieler Jahre in Nah und Fern vielen Menschen Freude bereiten konnte. Gleichzeitig bildete sie eine Nachwuchs-Vorführgruppe, setzte sich mit ganzem Herzen für unsere Allerjüngsten ein. Auch der Frauengymnastik widmete sie sich mit vollem Einsatz. Gerti Bunzl hat sich um den FV 08 sehr große Verdienste erworben. Durch dieses breitgefächerte sportliche Angebot stieg unsere Mitgliederzahl auf seinerzeit 880 an.

Eine immer wichtiger werdende Frage dazu wurde vorbildlich von Josef Weber gelöst. Die Mitgliedererfassung und die Einführung des Bankeinzugsverfahrens der Beiträge wurde von ihm zum Abschluss gebracht. Unser unvergessener Paul Schäffauer leistete dazu die Vorarbeit.
Das Beitragsaufkommen und die Einnahmen aus dem Spielbetrieb genügten den Erfordernissen nur unzureichend.
Die gemeinsam durch den FV 08 und den TV 1884 gestalteten Faschingstage in der ab 1973 auch für diese Zwecke nutzbaren Sporthalle Unterkochen, sind zu einem unverzichtbaren Bestandteil der gesamten Arbeit beider Vereine geworden. Viel Arbeit und Mühe aller Beteiligten ist alljährlich dafür erforderlich. Über längeren Zeitraum gab die Gemeinde Unterkochen dem FV 08 und dem TV 1884 die Möglichkeit, durch Bewirtschaftung des Unterkochener Kinderfestes finanzielle Belastungen besser meistern und die Sportplatzbenützungsgebühr entrichten zu können. Mühten sich beide Vereine, den dem Kinderfestsamstag folgenden Sonntag in die Festfolge einzubeziehen, kam man zu der Erkenntnis, dass ohne die Möglichkeit der Aufstellung eines großen Zeltes jedes Kinderfest kostenmäßig ein kaum tragbares Risiko darstellte. Endprodukt all dieser Gedanken sind die „Unterkochener Sommertage“, die ein nahezu vollkommenes Gemeindefest darstellen und nicht mehr wegzudenken sind. Die Mitarbeit vieler unserer Vereinsmitglieder während dieser Sommertage muss dankbar erwähnt werden.

Während der Sommerpause unserer Fußballmannschaften betätigen sich unsere Hobby-Tennisspieler auf den improvisiert „angelegten“ Tennisfeldern auf dem Hartplatz. Eine erfreulich große Zahl von Vereinsangehörigen beteiligt sich während dieser Wochen an diesem Ausgleichssport.

Die in der Verantwortung stehenden Mitarbeiter unseres Vereins sind bemüht, neben ihrem Aufgabengebiet Informationsabende auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene wahrzunehmen.

Wir dürfen glücklich sein, einer durchaus gesunden, guten Gemeinschaft anzugehören. Wir wollen immer Freude an der Ausübung unseres Sportes haben.

Wir sollten immer wissen, dass schulische und berufliche Interessen stets über dem Erfolgsdenken sportlicher Betätigung stehen müssen. Erfolge wollen wir alle, jedoch nicht um jeden Preis!

1982/1983 Meister Kreisliga A

stehend von links: 2. Vorstand Ferdinand Schiffmann, Stefan Schwarz, Bernd Schäffauer, Bruno Scholl, Thomas Weis, Thomas Staudenmeyer, Lothar Littke, Thomas Reck, Michael Wilhelmus, Trainer Paul Schwarz
kniend von links: Masseur Gerd Wolf, Michael Zeller, Thomas Schwarz, Norbert Schunder, Kurt Kieninger, Hubertus Zeller, Klaus Schäffauer, Peter Schiele, Abteilungs-Leiter Günter Scholl

Aufstieg in die Bezirksliga

Im Jubiläumsjahr 1983, der Fußballverein 08 Unterkochen konnte auf stolze 75 Jahre eines bewegten Vereinslebens zurückblicken, gelang der aktiven Mannschaft der Aufstieg in die Bezirksliga Kocher-Rems. Dieses Aufstiegsjahr war der Beginn einer sportlich gesehen sehr erfolgreichen Ära des FV 08, konnte sich der Verein doch 12 Jahre ununterbrochen in dieser Spielklasse halten, ehe man 1995 wieder absteigen musste. Ausschlaggebend für die Meisterschaft in der Kreisliga A, der früheren B-Klasse, war sicher der glückliche Umstand, dass einige sehr talentierte Unterkochener Fußballspieler, die zuvor bei anderen Vereinen erfolgreich gespielt hatten, nunmehr den Weg zurück zu ihrem Heimatverein fanden. Die Namen Norbert Schunder, Klaus Schäffauer, Thomas Schwarz, Hubertus Zeller, Michael Zeller und Kurt Kieninger haben noch heute einen ganz besonderen Stellenwert bei den Unterkochener Fußballkennern. Diese Rückkehrer waren es natürlich nicht allein, aber sie waren die Initialzündung für den sportlichen Erfolg, stießen sie doch auf eine hervorragende Basis beim FV 08.
Insbesondere seit Anfang der 80er Jahre brachte auch die zu dieser Zeit überaus qualifizierte und erfolgreiche Jugendarbeit des Vereins immer wieder Talente aus den eigenen Reihen hinein in die aktive Mannschaft. Der Unterbau in der A- und B-Jugend, die viele Jahre lang in der Bezirks- und Leistungsstaffel zu den stärksten Teams im Fußballbezirk Kocher-Rems zählten, war somit auch die Basis für den sportlichen Erfolg der aktiven Fußballer. Ganz wesentlich trugen zu den Erfolgen in der Jugendarbeit in den 70er und 80er Jahren die langjährigen Jugendtrainer und -betreuer Ottmar Uttenlauch, später auch sein Sohn Carsten, Andi Deigner, Günther Scholl, Anton Weber, Paul Schäffauer, Hubert Zeller, Bernd Rathgeb, Heiner Ehnis, Heinz Moldan, Luigi Scoma, Peter Schiele, Xaver Wilhelm, aber auch „Vereinsbus-Chauffeur“ Heinz Behnke bei.

1982/1983 2. Mannschaft

stehend von links: Bernd Mauß, Andreas Starz, Horst Klemmer, Herbert Völker, Peter Schiele, Harry Eichler, Robert Rizzo, Christoph Kegreiß, Trainer Eberhardt Amerein
kniend von links: Erich Schneider, Lothar Funk, Sven Hofmann, Stefan Hahn, Lothar Scholz, Josef Schiffmann, Helmut Funk, Gerhard Kling

Abteilungsleiter bei den Aktiven in dieser Zeit waren Günther Scholl und Norbert Schunder, unterstützt durch Günther Mill. Unter Trainer Paul Schwarz gelang der Aufstieg; in den Bezirksligajahren waren auch Xaver Wilhelm, Manfred Günther, Franz Bühler, Rudi Abele, Götz Hopfensitz, Heiner Breuer und Werner Müller für den FV 08 tätig.

Auch auswärtige Spieler verstärkten immer wieder den Bezirksligakader des FV 08. Namen wie Armin und Leo Patzer, Thomas Uharek, Harald Fischer, Harald Drabek oder Wolfgang Waibel sind noch vielen geläufig, ohne auch nur annähernd alle hier nennen zu können.

1982/1983 A-Jugend Bezirksmeister und Kreispokalsieger

stehend von links: Jugendleiter Heinz Moldan, Ralf Kanditt, Michael Ilg, Dieter Weiland, Harald Scholz, Michael Weiland, Dieter Stütz, Trainer Carsten Uttenlauch
sitzend von links: Alexander Schuster, Ralph Wesiak, Armin Otterski, Dietmar Bulling, Tuncjay Albayrak, Thomas Wörle, kniend von links: Thomas Schäfauer, Frank Feuchter, Andreas Friedel, Frank Ackermann, Heiko Kelnberger

Gründung Freizeittanz

Nicht nur im fußballerischen Bereich tut sich was in den 80er Jahren. 1985 wird die Abteilung Freizeittanz gegründet. Heinz Diebold, der bis heute diese Abteilung leitet, war auch seinerzeit der Gründer, Ideengeber und Trainer in Personalunion. Dabei waren es wohl seine guten Kontakte zum Vorstand Horst Mauß und zu anderen Vereinsmitgliedern, die den aktiven Tänzer und Funktionär vom Tanzclub „Blau-Weiß“ in Aalen dazu bewogen, diese Abteilung beim FV 08 ins Leben zu rufen. Tänzerisches Bewegen mit Partner für alle, die dem aktiven Fußballsport entwachsen waren, das waren die auch für den Verein interessanten Aspekte dieser Abteilung. Leider ist es nicht gelungen, den anfänglich sehr guten Zuspruch und hohen Mitgliederstand der Abteilung im Laufe der Jahre durch kontinuierliche Neuzugänge immer wieder aufzufrischen. Somit sind es heute nur noch wenige aktive Freizeittänzer, die sich jeden zweiten Dienstag in der Gymnastikhalle unter der bewährten und professionellen Leitung von Heinz Diebold zu Tanz und gemeinsamer Bewegung treffen.

Ausrichter Sportakrobatikmeisterschaft

Im Jahr 1990 begab sich der Verein auf ein neues Terrain und bewährte sich als Ausrichter der württembergischen Sportakrobatikmeisterschaften in der Unterkochener Sporthalle. Horst Mauß bewies einmal mehr seine Gabe, auch über den Tellerrand des Fußballsports hinauszublicken und bewältigte gemeinsam mit Daniel Klose, der bei dieser Gelegenheit seine erste Bewährungsprobe als neuer Vereinsmitarbeiter zu bestehen hatte, die Organisation dieser Veranstaltung mit Bravour.

FV 08 im Jahr 1990 in Runde 3 des WFV-Pokals

Im gleichen Jahr setzte das Bezirksligateam des FV 08 einen weiteren Höhepunkt im fußballerischen Bereich: Im Mai 1990 standen die Unterkochener Fußballer unter Trainer Heiner Breuer im Bezirkspokalendspiel. Leider musste man sich auf dem Platz des TSV Westhausen gegen den TV Bopfingen nach heißem Pokalkampf knapp geschlagen geben. Dennoch berechtigte der zweite Platz zur Teilnahme am WFV-Pokal in der Saison 1990/91. Als Bezirksligist ging man nur als krasser Außenseiter in diesen Wettbewerb, konnte sich aber in Runde 1 gegen die Landesligamannschaft vom TSV Schmiden durchsetzen. Eine weitere Überraschung gelang eine Woche später in Runde 2, als der FV 08 gegen Plüderhausen die Oberhand behielt. Endstation war dann erst in Runde 3, als die Grün-Weißen knapp vor der Sensation standen, sich nach einem Klassespiel und beherztem Kampf trotz einer zwischenzeitlichen Führung letztendlich mit 3:1 beim klassenhöheren Landesligisten in Isny geschlagen geben mussten.

Umbruch und breitere Basis in der Vereinsführung

Waren die 80er und frühen 90er aus sportlicher Sicht sehr erfolgreiche Jahre für den Verein, so gab es doch zunehmend Sorgen bei der Besetzung der Vereinsorgane.
Wurde der unermüdliche Horst Mauß als 1. Vorsitzender zunächst noch unterstützt durch Ernst Faul und zeitweise Ferdinand Schiffmann, so waren es über Jahre hinweg neben Horst Mauß mit Heinz Moldan als Jugendleiter, Friedrich Babel als Schriftführer und Wolfgang Herrmann als Hauptkassierer nur vier Personen, die das Vereinsschiff durch schwierige Zeiten lenkten, erfreulicherweise immer begleitet von gut funktionierenden Abteilungen der Aktiven und der Jugend, wo zum Glück immer wieder Menschen gefunden werden konnten, die über Jahre hinweg ihre Freizeit mit der Betreuung von Jugendmannschaften beim FV 08 verbrachten, wie dies beispielhaft Franz Hammer, Heiner Ehnis oder Bernd Rathgeb zu dieser Zeit taten.

So wurde es Ende der 80er Jahre immer schwieriger, den Verein auf Kurs zu halten, zumal die finanziellen Rahmenbedingungen durch rückläufige Einnahmen aus Veranstaltungen wie Fasching und Sommertagen schon zu dieser Zeit sehr kritisch waren und es immer schwieriger wurde, einen ausgeglichenen Vereinshaushalt auf die Beine zu stellen.
So war es überlebenswichtig für den Verein, dass im Jahr 1990 Daniel Klose als junger Mitarbeiter an der Seite von Horst Mauß in den Vereinsvorstand mit einstieg und dort mit großer Dynamik begann, weitere Mitarbeiter zu gewinnen. Peter Schiele und Hartmut Hirschle stiegen engagiert mit ein in der Jugendarbeit und Jugendleitung, später kam Helmut Holz dazu, der bis heute einen ganz wichtigen Part in der erfolgreichen Entwicklung des FV 08 spielt und auch Steffen Alt konnte für die Vorstandsarbeit gewonnen werden. Klose rief auch den Vereinsausschuss neu ins Leben und konnte mit Christoph Kegreiß, Bernd Mauß, Frank Ackermann, Michael und Hubertus Zeller und Gerd Wolf Mitarbeiter für die Vereinsarbeit gewinnen, die noch als Fußballer aktiv für den FV 08 tätig sind oder bis vor Kurzem waren. Im Jahr 1995 stieß Michael Klose zum Ausschuss hinzu, 5 Jahre später konnte mit Matthias Zeller ein weiterer Mitarbeiter gewonnen werden, während Hubertus Zeller, Hartmut Hirschle und Gerd Wolf dem Gremium nicht mehr angehörten.

1990/91

stehend von links: Norbert Schunder, Oliver Förster, Thomas Uharek, Ralf Kanditt, Frank Rudat, Bernd Mauß, Harald Drabek, Stefan Kirn, Trainer Franz Bühler
kniend von links: Masseur Gerd Wolf, Michael Zeller, Kai Bühler, Jürgen Rothe, Armin Patzer, Tuncjay Albayrak, Hans-Jörg Bahmann, Frank Ackermann

So konnten die vielfältigen Aufgaben des Vereins auf mehrere Schultern verteilt und die Überbelastung des 1. Vorsitzenden abgebaut werden. Es kam deutliche Dynamik in die Vereinsführung und teilweise vernachlässigte Aufgaben wurden wieder beherzt angegangen. In dieser Phase zeigte sich einmal mehr, dass die Vereinsarbeit viel Freude bereiten kann, vorausgesetzt, man mutet sich nicht zu viel zu und arbeitet im Team gut zusammen.
So wurden die Ehrungen langjähriger Mitglieder und verdienter Vereinsmitarbeiter wieder regelmäßig alle zwei Jahre durchgeführt, die Mitgliederverwaltung auf komplett neue Beine gestellt. Ebenso war der Verein wieder regelmäßig präsent mit seiner Fahnenabordnung bei öffentlichen Auftritten am Kriegerdenkmal, an Fronleichnam und an diversen Umzügen.
Parallel dazu wurden vielfältige Aktionen ins Leben gerufen, um dem Verein auch finanziell wieder mehr Handlungsspielraum zu ermöglichen. So wurde im Jahr 1991 mit Stadt und Sponsoren wegen der Installation von Bandenwerbung im Häselbachstadion erfolgreich verhandelt. Dazu kam ab der Saison 1993/1994 das regelmäßige Erscheinen unserer Stadionzeitung. Beides zusammen ganz wichtige Einnahmequellen des FV 08 Unterkochen bis ins 100-jährige Jubiläumsjahr hinein. Durch diese neu erschlossenen Einnahmequellen aus Firmenwerbung und weiteren gezielt und vereinzelt laufenden Sponsoringaktionen für größere Anschaffungen konnte das Ziel erreicht werden, den Verein auf eine solide wirtschaftliche Basis zu stellen. Darüber hinaus wurde im Jahr 1988 ein Förderverein gegründet, der die Beitragseinnahmen und Spenden seiner Mitglieder ebenfalls dem Fußballverein, insbesondere der Jugendarbeit, zukommen lässt. Die Gründung fand mit zunächst 15 Mitgliedern am 11.03.1988 im Gasthaus „Hirsch“ in Unterkochen statt. Die Mitgliederzahl lag in der Spitze bei 30, aktueller Vorstand ist Dr. Karl Uhl. Besondere Verdienste um den Förderverein hat sich Xaver Geyer erworben, der von Beginn an bis heute als Kassierer fungiert. Auch die Beitragsstruktur wurde verändert, die Beiträge mehrfach moderat erhöht, so dass am Ende die Beitragseinnahmen trotz stagnierender Mitgliederzahl leicht gestiegen sind. Trotz dieser vielfältigen Aktivitäten und Erfolge war es nicht leicht, die Nachfolge des 1994 aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Vorstandes Horst Mauß zu organisieren. Daniel Klose, der Mauß als seinen Ziehvater ansah, übernahm das Amt des 1. Vorsitzenden kommissarisch, ein 2. Vorsitzender konnte zunächst nicht benannt werden.

Gründung der Aerobic-Abteilung

Obwohl der FV 08 seinem Namen entsprechend sich hauptsächlich um die Entwicklung des Unterkochener Fußballsports kümmerte, waren auch immer die „nicht-Fußball-spielenden“ Abteilungen ein wichtiger Bestandteil im Vereinsleben. So war innerhalb des Vorstands die Freude im Jahr 1993 sehr groß, als Ingrid Barth eine Aerobic-Abteilung ins Leben rief, die sie bis heute erfolgreich führt. Gleich zu Beginn war eine rege Nachfrage nach diesem sehr athletischen und anspruchsvollen Sport für Damen aller Altersklassen vorhanden. Ingrid Barth kümmerte sich mit großem Engagement um die Weiterentwicklung der Abteilung und bildete sich durch Kurse beim WLSB zur Übungsleiterin C weiter. Bis heute sind die Damen um Ingrid Barth fester Bestandteil des FV 08 und können im Jubiläumsjahr auf eine bereits 15-jährige Tradition und einen tollen Zusammenhalt innerhalb der Aerobic-Abteilung stolz sein.

Nicht zuletzt durch die gezielte Weiterbildung von Ingrid Barth, aber auch durch ein breites Kursangebot im Gesundheitsbereich wurde dem FV 08 im Jahr 1996, als einem der ersten Vereine in der Region, der „Pluspunkt Gesundheit“ durch den Sportkreisvorsitzenden Manfred Pawlita überreicht. Die amtierenden Vorstände Daniel Klose und Steffen Alt nahmen die Auszeichnung aus erster Hand mit Freude entgegen.

1992/93 Aktive

stehend von links: Abteilungsleiter Norbert Schunder, Michael Zeller, Bernd Mucniak, Bernd Schäffauer, Markus Noder, Thomas Uharek, Bernd Mauß, Steffen Alt, Harald Drabek, Trainer Werner Müller, Vorstand Daniel Klose
kniend von links: Masseur Gerd Wolf , Leo Patzer, Oliver Förster, Armin Patzer, Ralph Moldan, Christoph Kegreiß, Frank Ackermann, Jozef Prohaska

1994 bis 1997: Turnier für Hobbymannschaften

Im Jahr 1994 startete der FV 08 unter der Regie von Steffen Alt mit einem Hobbyturnier für Mannschaften, deren Spieler nicht aktiv im Verein Fußball spielen, aber doch mit großer Leidenschaft dem runden Leder nachjagen. Neben zahlreichen Unterkochener Hobbymannschaften war es auch „Jeffs Team“ aus Worthing in England, welches diesem Turnier eine besondere Atmosphäre verlieh. Mit Jeffs Team bestanden schon länger sehr freundschaftliche Kontakte und es wurden auch in den Jahren zuvor Freundschaftsspiele ausgetragen. Das Hobbykickerturnier wurde von 1994 bis 1997 vom FV 08 ausgerichtet, bevor das Interesse an dieser Veranstaltung nachließ. In die Sieger- und Platzierungslisten konnten sich in diesen Jahren Teams wie FC Hüddele, Bier-AK, Feuerwehr, Mauerblümchen, LGU, Brenner und Münnich, Dream Team, Tipp-Kick, Lindenfarb oder Die Jungs eintragen.

Abstieg aus der Bezirksliga im Jahr 1995

Nach 12 Jahren ununterbrochener Zugehörigkeit zur Bezirksliga Kocher-Rems konnte die aktive Mannschaft des FV 08 Unterkochen in der Saison 1994/95 den Abstieg leider nicht verhindern. Konnte man in den ersten Jahren meist mit den besten Teams des Bezirks mithalten und sehr gute Platzierungen erzielen, so wurde es mit der Zeit immer schwerer, mit den bescheidenen Mitteln des Vereins und vor dem Hintergrund einer zurückgehenden Zahl von Talenten aus der eigenen Vereinsjugend diese höchste Klasse des Fußballbezirks zu halten. Durch das zurückgehende Interesse am Fußballsport, insbesondere aber aufgrund der geringeren Zahl an Unterkochener Jugendlichen als Folge der rückläufigen Bevölkerungsentwicklung in unserem Stadtteil, fehlte der qualifizierte Nachwuchs für die aktive Mannschaft.
So musste man den bitteren Gang von der Bezirksliga in die Kreisliga A antreten, wo man mit wechselndem Erfolg bis in die Saison 2000/2001 spielte.
Auch wenn ein Abstieg sicher eine schmerzhafte Erfahrung für eine Mannschaft, ja für den gesamten Verein ist, so war sich die Vereinsführung beim FV 08 immer bewusst, dass die Spielklasse der aktiven Mannschaft nicht über Wohl und Wehe des Vereinslebens bestimmt. Und so zeigte es sich, dass auch in der Kreisliga A attraktiver Fußball gespielt wird und die Unterkochener Zuschauer ihrer Mannschaft weiterhin die Treue hielten.

Giovane Elber beim FV 08

Neben dem sportlichen Abstieg der ersten Mannschaft brachte das Jahr 1995 aber auch einige positive Highlights für den FV 08 Unterkochen. Unser 2. Vorsitzender Steffen Alt nutzte seinen guten Draht zum VfB Stuttgart und knüpfte Kontakt zum damaligen VfB-Spieler Giovane Elber. Kurz entschlossen beteiligte sich der FV 08 mit großem Engagement am Verkauf eines Bilderkalenders von Elber, dessen Erlös der Unterstützung von Straßenkindern in Brasilien zugute kam. Der Kalenderverkauf rund um den Unterkochener Weihnachtsmarkt 1995 lief so erfolgreich, dass Elber als Dank 3 Monate später zu einer Autogrammstunde im Häselbachstadion auftauchte. Dort wartete eine große Fangemeinde auf den Weltstar, der aus den Händen von Daniel Klose und Steffen Alt einen Scheck über 5.500 DM für sein Hilfsprojekt überreicht bekam.

Noch heute eine tolle Erinnerung für die damalige Vereinsführung, die mit Giovane Elber und Frau zuvor im „Läuterhäusle“ beim gemeinsamen Mittagessen zusammensaß und über den Weltfußball im allgemeinen und den VfB Stuttgart im besonderen fachsimpelte.

2 Wochen zuvor war der Verein auf einem ganz anderen Feld aktiv, galt es im März 1996 doch, gemeinsam mit dem Freizeitclub „Wildsau“, das erste Unterkochener Starkbierfest auf die Beine zu stellen. Auch dies gelang mit großem Erfolg.

Maccabi Haifa im Häselbachstadion

Eine weitere Herausforderung im organisatorischen Bereich kam ebenfalls im Jahr 1996 auf die Vereinsführung des FV 08 zu, galt es doch, ein Freundschaftsspiel zwischen der A-Jugend des israelischen Vereins Maccabi Haifa und einer Auswahl des Württembergischen Fußballverbandes in Unterkochen zu organisieren. Die Verantwortlichen in Unterkochen um Daniel Klose und Steffen Alt leisteten ganze Arbeit und absolvierten diese sportpolitisch herausfordernde und sportlich hochklassige Veranstaltung unter glänzender Zusammenarbeit mit der Unterkochener Ortsverwaltung mit Ortsvorsteher Karl Maier hervorragend. Am Ende gab es viel Lob von allen Seiten und als Anerkennung von israelischer Seite wurde die Fußballfreundschaft zwischen Unterkochen und Maccabi Haifa besiegelt. Im Übrigen endete dieses Spiel mit einem leistungsgerechten und völkerverbindenden 1:1.

Ferienprogramm: Mit dem FV 08 zum VfB Stuttgart

In den Sommerferien des Jahres 1996 beteiligte sich der FV 08 erstmals am neu ins Leben gerufenen Ferienprogramm der Gemeinde Unterkochen bzw. Stadt Aalen. Seit diesem Jahr bis aktuell ins Jubiläumsjahr bietet der Fußballverein den Unterkochener Kindern und Jugendlichen den Besuch eines Bundesligaspiels beim VfB Stuttgart an. Fahrt und Stadionbesuch werden vom Verein bestens organisiert und von Jugendbetreuern begleitet. Bei einem nur äußerst geringen Eigenbeitrag ist es nicht verwunderlich, wenn in jedem Jahr das Kartenkontingent der Nachfrage nicht standhalten kann und die zur Verfügung stehenden Plätze im Handumdrehen belegt sind.

Renovierung der Sportstätten in Unterkochen 1997

Im Jahr 1997 erfolgte die lange diskutierte und dringend notwendig gewordene Sanierung des Häselbachstadions. Im Mittelpunkt standen hier die leichtathletischen Einrichtungen, die allesamt komplett erneuert wurden. Die Aschenbahn wich einer modernen Kunststoffbahn, aber auch Rasenspielfeld und Umkleidegebäude wurden saniert. Insgesamt erfuhren die wunderschön gelegenen Sportstätten am Unterkochener Häselbach hierdurch eine deutliche Aufwertung. Eine weitere Maßnahme der Stadt, die nicht zuletzt uns Fußballern zugute kam, war die Erneuerung des Bodens in der Unterkochener Sporthalle noch im gleichen Jahr. Beide investiven Maßnahmen waren Ergebnis eines parteiübergreifenden Konsens in der Ortsverwaltung, der ganz im Sinne aller Unterkochener Sportvereine war.

Organisation „Galaabend der Volksmusik“ in der Sporthalle

In den Reigen der vom Fußballverein neben dem laufenden Vereinsbetrieb erfolgreich organisierten und durchgeführten Veranstaltungen gesellte sich 1997 der „Galaabend der Volksmusik“, zu dem die Kreissparkasse Ostalb zahlreiche Künstler aus Funk und Fernsehen geladen hatte. Top-Act waren sicher die Geschwister Hofmann, die bis heute aus den einschlägigen Volksmusiksendungen nicht wegzudenken sind. Der FV 08 übernahm in bewährter Manier Auf-, Abbau und Bewirtung in der Unterkochener Sporthalle und konnte auch bei der Betreuung der Künstler positive Akzente setzen.

1998: 90 Jahre FV 08 Unterkochen

Das Jahr 1998 stand ganz im Zeichen des 90-jährigen Vereinsjubiläums. Die Vorstandschaft nutzte diesen runden Geburtstag, um in Vorbereitung auf das sich ankündigende 100-Jährige die Vereinsgeschichte aufzuarbeiten und rief die Bevölkerung dazu auf, vorhandene Bilddokumente aus den zurückliegenden 90 Jahren des Vereinsgeschehens für eine Ausstellung zur Verfügung zu stellen. Die Resonanz war groß, die eingehenden Bilder wurden mit den bereits vorhandenen zu einer vielbeachteten Bilderausstellung zusammengestellt. Das waren doch hochinteressante Geschichten und Anekdoten aus der Vereinsgeschichte, die Hubert Zeller beim Betrachten und Sortieren der Bilder dem jungen Vorstandsteam in fesselnder und von mannigfaltigen Detailkenntnissen geprägten Erzählungen nahe brachte. Auch Ernst Faul unterstützte die Vorstandschaft bei der Aufarbeitung der Bilder. Am Ende konnte man der Unterkochener Bevölkerung eine vielbeachtete und -gelobte Ausstellung im Bezirksamt präsentieren, die am 1. Oktober 1998 gemeinsam mit der Ortsverwaltung feierlich eröffnet wurde. Noch heute erinnern wir uns gerne an diese Ausstellungseröffnung zurück, die von der Ehrung der Vereinsjubilare umrahmt war und bei der unser Ehrenvorsitzender Horst Mauß in einer ergreifenden Rede seinen letzten öffentlichen Auftritt für den FV 08 Unterkochen hatte.

Tod des Ehrenvorsitzenden Horst Mauß

Nur wenige Monate später, im Februar 1999, verstarb unser Ehrenvorsitzender Horst Mauß nach langer Krankheit. Vorstandschaft und zahlreiche Vereinsmitglieder nahmen von ihm Abschied. Der Erste Vorsitzende Daniel Klose würdigte die Verdienste seines Vorgängers für den FV 08 Unterkochen in sehr persönlichen und zu Herzen gehenden Worten.

Wechselnde Erfolge bei den Aktiven Fußballern

Unsere aktive Fußballmannschaft tat sich Ende der 90er Jahre schwer, ohne den notwendigen Unterbau durch eine dauerhaft am Spielbetrieb teilnehmende B- und A-Jugend, eine konstant erfolgreiche Mannschaft aufzubauen. Dem großen persönlichen und mit hohem Zeitaufwand verbundenen Einsatz von Abteilungsleiter Christoph Kegreiß, der seit 1990 das Ruder bei den Aktiven in der Hand hatte und von seinem Nachfolger Michael Zeller, der dieses Amt im Jahr 2000 übernahm und bis heute innehat, ist es zu verdanken, dass man trotz dieser Probleme immer wieder mit Mannschaften am Spielbetrieb teilnehmen konnte, die mit respektablen Ergebnissen in der jeweiligen Spielklasse aufwarten konnten. So konnte auch in schwierigen Phasen der Fußballsport in Unterkochen aufrechterhalten werden.
Leider ließ es sich aufgrund der oben angeführten Probleme nicht verhindern, dass der FV 08 in der Saison 2000/2001 erneut absteigen musste und sich nun in der untersten aller Klassen wiederfand. Doch gerade an diesem sportlichen Tiefpunkt bewies die Mannschaft und die gesamte Abteilung Charakter. Unterstützt durch Vereinsführung und Abteilungsleitung galt es, Teamgeist und Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft zu fördern. Insbesondere der Trainer Lothar Litke, selbst ein FV 08 Urgestein und über Jahre im grün-weißen Dress erfolgreich auf Torejagd, formte die Spieler zu einer funktionierenden Mannschaft. Die Elf hielt zusammen und schaffte nach nur einer Spielzeit in der Kreisliga B unter ihrem Trainer Litke den sofortigen Wiederaufstieg in die Kreisliga A. Und wieder zeigte sich, dass auch in der Kreisliga B die Fans ihrer Mannschaft die Treue hielten. Die zahlreichen Siege in dieser Saison und der erfolgreiche Kampf um die Meisterschaft machten vielen wieder Lust auf guten Fußballsport im Häselbachstadion.

Aktive 1997/1998

stehend von links: 1. Vorsitzender Daniel Klose, Andreas Uhl, Marcel Scholl, Michael Klose, Sven Scheuer, Frank Ackermann, Singathe, Marco Minich, Heiko Abele, Thomas Zeller, Uwe Hofmann, Thomas Rath, Ralf Groß, Jürgen Fischer, Sven Weigelt, Michael Schirle, Trainer Hartmut Witte
kniend von links: Peter Grimm, Tuncjay Albayrak, Christoph Kegreiß, Thomas Fischer, Peter Gentner, Stefan Jäger, Harald Vetter

FV 08 setzt Akzente bei den Unterkochener Sommertagen

Bieranstich bei den Unterkochener Sommertagen

Auf die Vorstandschaft kamen in den Jahren um den Jahrtausendwechsel auch immer wieder neue Aufgaben und Herausforderungen zu. Steffen Alt übernahm ab 1999 auf Drängen der Unterkochener Vereinsvorsitzenden und der Ortsverwaltung die verantwortliche Position im Leitungsteam der Unterkochener Sommertage und trat in die Fußstapfen von Bruno Dickenherr. Er trug dadurch ganz wesentlich zum Erhalt dieser gemeinschaftlichen Unterkochener Traditionsveranstaltung bei, fehlte aber mit seinem Engagement im Vorstandsteam des FV 08. Bis ins Jahr 2005 sorgte er bei den Sommertagen, die in der Unterkochener Bevölkerung leider den einst sehr hohen Stellenwert im Laufe der Jahre verloren hatten, für ein attraktives Programm und eine reibungslose Organisation. Zahlreiche Veranstaltungen aus dieser Ära sind bis heute in bester Erinnerung. Hier seien nur „Blaumeisen“, „Robert Payer“, „Coyote Ugly Party“, „Falkensturz-Echo“ oder das große Jubiläum der Firma Lindenfarb erwähnt, die neben zahlreichen anderen Highlights vom Team der ARGE Sommertage bestens organisiert wurden. Selbstverständlich war der FV 08 nicht nur in der Person von Steffen Alt bei den Sommertagen aktiv. Von Beginn an arbeitete der Fußballverein maßgeblich bei den Sommertagen mit, leistete in allen Jahren zahlreiche Arbeitsdienste und sorgte insbesondere für eine optimale Abwicklung bei der Geldversorgung und Abrechnung dieser großen Gemeinschaftsaktion der Unterkochener Vereine.

Wenn im Jubiläumsjahr des FV 08 das Ende der Sommertage erreicht scheint, dann trägt man von Seiten der ARGE Sommertage dem nachlassenden Interesse in der Unterkochener Bevölkerung und der rückläufigen Zahl der beteiligten Vereine Rechnung. Auch der Fußballverein sieht derzeit kaum noch eine Chance, das Konzept der Sommertage erfolgreich in die Zukunft zu führen, auch wenn mit Horst Mauß einst ein 08ler einer der Gründungsväter und Ideengeber hierzu war.

Renovierung unserer Vereinsfahne im Jahr 2000

Frank Ackermann nahm sich innerhalb der Vorstandschaft im Jahr 2000 der Aufgabe an, die zum 25. Vereinsjubiläum angefertigte Vereinsfahne von Grund auf renovieren zu lassen. Im Jahre 1933 wurde die neue Vereinsfahne mit einem Spiel gegen den 1. FC Nürnberg würdig eingeweiht. Es wurde schnell deutlich, dass die Fahnenrenovierung nicht nur mit kosmetischen Korrekturen zu schaffen war, sondern eine Generalsanierung notwendig sein würde. Die hohen Sanierungskosten von 8.000 DM konnte der Verein nicht aus eigenen Mitteln schultern, deshalb wurde ein Spendenaufruf in der Unterkochener Bevölkerung gestartet. Die Resonanz war sehr erfreulich, zahlreiche Spenden in unterschiedlicher Höhe gingen ein und die Fahne konnte bei der bayerischen Firma Kössinger fachmännisch renoviert werden.

Die Spendenbereitschaft war ein sehr positives und motivierendes Zeichen für die Vereinsführung und ein Beweis für die feste Verankerung des FV 08 in der Unterkochener Bevölkerung. Die neue Fahne wurde im September 2000 anlässlich des Ehrungsabends des FV 08 im Gasthaus „Stern“ vorgestellt. Mit Stolz präsentierte die Vorstandschaft die bestens renovierte und in neuem Glanz erstrahlende, grün-weiße Vereinsfahne den Jubilaren und der Öffentlichkeit.

Spendernägel zur Fahnenrestauration

Spendernagel groß: Ernst und Irmgard Faul, Friedrich Babel, Bernd Mauß, Frank Ackermann, Aalener Volksbank eG, Martin Kegreiß, Christoph Kegreiß
Spendernagel mittel: Martin Kurz, Karl Schmid, Adolf Betz, Eugen Schäffauer, Willibald Klose, Hermann Weiland, Pius Hirsch, Edwin Janke, Josef Hofele, Maria Maier jr., Georg Krupp, Siegfried Meinzinger, Karl Maier, Peter Greindl, Michael Ilg, Franz-Josef Rieck, Astrid Kegreiß, Wolfgang Zeyer, Karl Schäffauer, Josef Klopfer, Peter Alt, Franz Bühler, Helmut Klopfer, Bruno Dickenherr, Wolfgang Herrmann, CDU Ortsverband Unterkochen

Bau einer Grillstelle im Häselbachstadion

Zur Förderung von Veranstaltungen des Fußballvereins rund ums Clubheim im Häselbachstadion errichtete die Jugendleitung unter Helmut Holz eine gemauerte Grillstelle auf der freien Rasenfläche neben dem Hartplatz. Auch dies eine Aktion, die sich sehr schnell positiv auf das Vereinsleben auswirkte. Schnell nutzen nicht nur alle Jugendmannschaften die Grillstelle für verschiedene Sommerfeste, auch Aktive, AH und Leichtathleten wussten diese umgehend mit Leben zu füllen. Mittlerweile ist die Grillstelle gründlich überholt worden und aus dem geselligen Teil des Vereinslebens nicht mehr wegzudenken.

Süddeutsche Meisterschaften der Mädchen B in Unterkochen

Am 21./22. Juni 2000 konnte die Jugendabteilung des FV 08 um Jugendleiter Helmut Holz einmal mehr ihr organisatorisches Geschick beweisen, galt es doch, die Süddeutsche Meisterschaft der Mädchen B im Häselbachstadion Unterkochen durchzuführen. Die Landesverbände Hessen, Südbaden, Württemberg und Bayern hatten sich für die Endrunde in Unterkochen qualifiziert, wo sie zunächst in den Halbfinalspielen am Samstag gegeneinander antraten, bevor am Sonntag die entscheidenden Finalspiele anstanden. Am Ende konnten sich die Mädchen aus Württemberg durchsetzen. Lob gab es von allen Seiten für die perfekte Organisation durch den FV 08 Unterkochen als gastgebendem Verein. Wieder einmal konnte der Fußballverein für positive Schlagzeilen bis weit über Unterkochen hinaus sorgen.

Findungskommission führt Verein aus der Führungskrise
Seit 2001 neue Vorstandsstruktur mit 4 Vorsitzenden

Eine Krisensituation für den FV 08 brachten die Vorstandswahlen in der Hauptversammlung zum Ende des Jahres 2000. Der 1. Vorsitzende Daniel Klose trat zurück und stand nicht mehr zur Wahl. Der Verein war folglich ohne Führung. Erstmals in der Vereinsgeschichte trat die Situation ein, dass niemand zur Verfügung stand, der nicht mindestens kommissarisch das Amt des 1. Vorsitzenden inne hatte. Hintergrund für diese Entwicklung war, dass Daniel Klose, seit er das Amt von Horst Mauß übernommen hatte, zunehmend unter der Belastungssituation und immer neuen und zunehmenden Aufgaben als alleiniger Vorsitzender zu leiden hatte. Durch das Amt von Steffen Alt als Vorsitzender der ARGE Sommertage fehlte Klose die Entlastung durch einen 2. Vorsitzenden, obwohl er einen komplett besetzten Vereinsausschuss im Rücken hatte. Klose sah nach vielfältigen gescheiterten Bemühungen um einen Nachfolger keine Wahl mehr, als sein Amt niederzulegen.
Um für dieses Problem in Ruhe eine Lösung finden zu können wurde noch auf der Hauptversammlung die Gründung einer „Findungskommission“ beschlossen, die sich in den Monaten danach um die Besetzung der Stelle des 1. Vorsitzenden kümmern sollte.
Diese Findungskommission wurde tatkräftig und mit guten Ideen durch Peter Greindl unterstützt, seines Zeichen ehemaliger Sportkreisvorsitzender und dem FV 08 seit Jahrzehnten eng verbunden. Schnell wurde klar, dass die Suche nach externen Kandidaten, bei der auch der Ortsvorsteher und die politischen Vertreter Unterkochens mit zu Rate gezogen wurden, nicht zum Erfolg führen würde. So hatte Greindl die Idee einer neuen Vorstandsstruktur mit 4 gleichberechtigten Vorsitzenden in Anlehnung an Lösungen, die bereits andere Vereine im Sportkreis für ähnliche Probleme gefunden haben. Nach monatelangen Diskussionen wurde schließlich eine Lösung verabschiedet, die mit neuer Struktur und den alten Personen den Weg in die Zukunft weisen sollte. Neben Daniel Klose übernahmen Frank Ackermann, Bernd Mauß und Michael Zeller das Amt der Vorsitzenden und sorgten so dafür, dass die neue Führungsstruktur auch mit Personen und Funktionen besetzt werden konnte. Diese neue Satzung, von der Findungskommission erarbeitet, wurde der Hauptversammlung am 16.11.2001 von Peter Greindl vorgestellt und einstimmig verabschiedet – der erfolgreichen Zukunft des Fußballvereins 08 Unterkochen war einmal mehr der Weg geebnet worden.

FV 08 beendet aktive Beteiligung am Sportlerfasching

Im Jahr 2001 war der FV 08 zum letzen Mal an der Ausrichtung des Sportlerfaschings aktiv beteiligt. Seit dem Jahr 1974 nutzen die beiden großen Unterkochener Sportvereine TVU und FV 08 die Möglichkeiten der neuen Sporthalle zur Ausrichtung einer gemeinsamen Faschingsveranstaltung. Super Stimmung und eine stets ausverkaufte Halle kennzeichneten den Sportlerfasching bis in die 80er Jahre. Ein großer Faschingsball am Samstagabend mit teilweise zwei Tanzkapellen gleichzeitig und mehreren Bars sowie der Kinderfasching am Sonntag und Faschingsdienstag waren regelrechte Besuchermagnete für die Narren aus Unterkochen, vom Härtsfeld und auch aus der Kernstadt Aalen. Dann musste man dem rückläufigen Besuch und der zunehmenden Zahl an Veranstaltungen in den Nachbargemeinden Rechnung tragen und verkleinerte die Hallenfläche zunächst auf zwei, zuletzt auf ein Hallendrittel. In den 90er Jahren versuchte der FV 08 unter Leitung von Bernd Mauß die festgefahrene Veranstaltung mit neuen Ideen und neuem Programm nochmals zu beleben, was teilweise gelang, aber den langfristigen Abwärtstrend der Unterkochener Faschingsveranstaltungen nicht stoppen konnte. Das Team, das sich in bester Harmonie aus Mitarbeitern von Turnverein und FV 08 zusammensetzte, gestaltete tolle Bühnenbilder und ein jeweils neues und kreatives Programm. „Pippi Langstrumpf“, „Bei 08 und TV sitzen sie in 1. Reihe“, „Stimmung für alle in kleinerer Halle“, „Unterkochener Puppenkiste“, „Gangster, Ballermänner und Ganoven“ – die Aktivisten um Conferencier Bernd Mauß zeigten ein Faschingsprogramm auf hohem Niveau. Leider standen Aufwand und Ertrag der Faschingsveranstaltungen in keinem vertretbaren Verhältnis mehr zueinander. So wurde zunächst seit dem Jahr 1998 die Zusammenarbeit mit der Narrenzunft Bärenfanger gesucht, die mit ihrem Programm den Sportlerfasching bereicherten, dann erfolgte im Jahr 2001 die Entscheidung, sich künftig aus den Faschingsaktivitäten in Unterkochen herauszuhalten und dieses Terrain allein der Narrenzunft zu überlassen.

2003: Borussia Dortmund trainiert im Häselbachstadion

Nachdem die Stadt Aalen nach heftigen Diskussionen das Aalener Waldstadion mit großen Investitionen zu einer profitauglichen Fußballarena ausgebaut hatte, konnte in der Vorbereitung auf die Bundesligasaison 2003/2004 das Ligapokalspiel zwischen den Bundesligisten vom VfB Stuttgart und der Borussia Dortmund in Aalen an Land gezogen werden. Sogleich wurde der FV 08 in Person von Vorstandsmitglied Daniel Klose, seines Zeichens eingefleischter Dortmund-Fan, aktiv. Er wurde von der Stadt Aalen offiziell als Betreuer des Dortmunder Teams eingesetzt und organisierte eine Trainingseinheit der Gelb-Schwarzen im Häselbachstadion. Zahlreiche Fans waren eigens wegen des Trainings ihrer Idole nach Unterkochen gekommen, doch leider erlebten sie einen arroganten Auftritt der Startruppe um Trainer Matthias Sammer. Bei den ersten Tropfen des einsetzenden Regens wurde das Training abgebrochen und die Mannschaft verschwand wieder, der Beginn einer sportlichen Talfahrt des Traditionsvereins. Dennoch bleibt die Fahrt im Mannschaftsbus von Borussia Dortmund für Daniel Klose und Ortsvorsteher Karl Maier vom Ramada-Hotel hinaus ins Häselbachstadion ein unvergessenes Erlebnis.

Daniel Klose offizieller DFB-Betreuer

Als Anerkennung für seine gute Arbeit wurde Daniel Klose wenige Wochen später als offizieller Betreuer vom Deutschen Fußballbund für das Länderspiel der „Teams 2006“ eingesetzt. Seine Aufgabe war es, die russische Nationalmannschaft im Rahmen des im Aalener Waldstadion ausgetragenen Länderspiels Deutschland – Russland 3 Tage lang zu betreuen. Gemeinsam mit der Dolmetscherin Nadja Ebel sorgte Klose für einen reibungslosen Aufenthalt der russischen Delegation. Seine Betreuung umfasste die Abholung vom Münchner Flughafen, die Anwesenheit in Aalen, das eigentliche Spiel, das im Übrigen mit 1:0 für Deutschland endete, bis zum Abflug den gesamten Deutschlandaufenthalt der russischen Gäste. Hinterher gab es viel Lob vom DFB und von der Stadt Aalen für den professionellen Einsatz im Dienste des FV 08 Unterkochen.

Langfristige Zusammenarbeit mit SV Ebnat und SV Waldhausen im Jugendbereich

Die größten Schwierigkeiten hatten die Jugendleiter des FV 08 Unterkochen seit Beginn der 90er Jahre, wenn es galt, zu jedem Spieljahr aufs Neue alle Jugendmannschaften komplett besetzen und zur offiziellen WFV-Runde anmelden zu können. Musste man sich von den Bambinis bis hin zur D-Jugend weniger Sorgen um die Zahl der Nachwuchskicker machen, so war es bei der C-, B- und A-Jugend in jeder Saison eine herausfordernde Aufgabe. Das Konzept von Spielvereinigungen oder Gastspielerlaubnis für eine Saison war hierzu wenig hilfreich, es war eine langfristige Konzeption notwendig. Diese gelang in Zusammenarbeit mit den benachbarten Fußballvereinen vom SV Waldhausen und dem SV Ebnat. Die Probleme waren überall die gleichen, so wurde eine gemeinsame Lösung angestrebt. Anstatt sich die Spieler in jeder Saison gegenseitig abzuwerben, wurde eine langfristige Zusammenarbeit vereinbart. Seit der Saison 2004/2005 startet die C-Jugend der drei Vereine unter dem Namen SV Waldhausen, die B-Jugend unter SV Ebnat und die A-Jugend unter dem Label des FV 08 Unterkochen. Diese Kooperation war ein sehr wichtiger Schritt für Jugend- und Aktivenfußball und brachte sehr rasch erste Erfolge. So konnte den jugendlichen Fußballern in allen Altersklassen ein kontinuierlicher und qualifizierter Trainings- und Spielbetrieb geboten werden mit dem dazugehörigen Spaßfaktor. Bei der aktiven Mannschaft konnte man wieder nach langer Zeit auch Unterkochener Jugendliche einbeziehen.

Aufstieg der Aktiven in Kreisliga A

Aktive 2006

stehend von links: Spielleiter Michael Zeller, Willi Wall, Dirk Kleinhenz, Holger Hofmann, Christian Heuler, Mario Zwatschek, Steffen Holz, Christian Bieg, Andreas Uhl, Co-Trainer Ansgar Schmidt, Trainer Bruno Scholl
kniend von links: Linienrichter Tobias Oberdorfer, Christoph Bolsinger, Markus Scholl, Marco Schäffauer, Jürgen Raab, Patrick Ceh, Konstantin Fein, Sascha Knauer, Robert Beißwenger

Nach dem erneuten bitteren Abstieg in die Kreisliga B zum Ende der Saison 2003/2004 sah sich die Abteilungsleitung der Aktiven beim FV 08 vor einem ziemlichen Scherbenhaufen, als etliche Spieler kurz vor Beginn der neuen Saison den Verein verlassen hatten. So war es dann auch der erwartet schwere Start in die Punkterunde 04/05: Nach 8 Spieltagen stand die Mannschaft mit gerade einmal 2 Punkten auf der Habenseite denkbar schlecht da. Doch gerade an diesem Tiefpunkt zeigte das Team Charakter und steigerte sich von Spiel zu Spiel. Bruno Scholl und Ansgar Schmidt führten den FV 08 auf den Erfolgspfad zurück. Sie integrierten junge Spieler in das Team und stellten den Spaß am Fußballsport wieder in den Mittelpunkt des Trainings- und Spielbetriebs. Die Mannschaft präsentierte sich fortan als eine Einheit und rollte das Feld von hinten auf. Am Ende der Saison belegte die 1. Mannschaft Platz 7 mit 44 Punkten und 57:43-Toren. Der eingeschlagene Aufwärtstrend ging dann in der Saison 2005/06 nahtlos weiter. Am Ende gelang sogar der Aufstieg in die Kreisliga A nach einer überragenden Saison in der Kreisliga B. Mit 64 Punkten und 79:29-Toren landete unser Team mit nur einer Saisonniederlage auf Platz 2 hinter Westhausen. Durch den 2:1-Sieg im Relegationsspiel gegen DJK Eigenzell wurde der Aufstieg nach den Regeln des Fußballbezirks unter Dach und Fach gebracht, auch wenn das 2. Relegationsspiel gegen Viktoria Wasseralfingen 2:0 verloren ging. Einzigartig war die tolle Unterstützung durch die Unterkochener Fans, nicht nur in den entscheidenden Spielen um den Aufstieg, sondern bereits während der ganzen Saison. Dies motivierte das ganze Team zu den Leistungen, die letztendlich mit dem Aufstieg belohnt wurden. Neben einer gut harmonierenden Mannschaft haben nicht zuletzt Cheftrainer Bruno Scholl mit seinem Co Ansgar Schmid sowie Abteilungsleiter Michael Zeller durch großes Engagement zu diesem tollen Erfolg beigetragen.

Neuanschaffung Vereinsbus im Jahr 2006

von links: Michael Ilg, Regina Rembold, Mariella Traut, Steffen Alt, Andreas Uhl, Bernd Mauß

Insbesondere für die Auswärtsspiele der Fußballjugend und der Aktiven, aber auch bei Ausflügen ist ein entsprechender Vereinsbus von großer Bedeutung für ein funktionierendes Miteinander im Fußballverein. Da die Neuanschaffung eines Kleinbusses für unseren Verein finanziell nicht zu stemmen ist, gerät das Thema Vereinsbus alle paar Jahre wieder auf die Themenliste der Vorstandssitzungen. So auch im Frühjahr 2006, als sich der FV 08 nach langer Suche zum Kauf des bis heute genutzten Busses entschied. Große Unterstützung hierfür wurde dem Verein in Form einer Spende über 2.500,00 € von der Kreissparkasse Ostalb gewährt, deren damaliges Vorstandsmitglied Michael Ilg selbst viele Jahre seine Kickschuhe für den FV 08 geschnürt hat.

Nutzungsgebühren für städtische Sportstätten

Im Umfeld des Vereins gab es zu Beginn des neuen Jahrtausends die Einführung von Nutzungsgebühren für städtische Einrichtungen, eine Entscheidung, die für heftige Diskussionen innerhalb der Vereine und der Kommunalpolitiker führte. Leider sprachen hier die Sportvereine nicht mit einer gemeinsamen Stimme, sondern ließen sich in Vereine mit eigenem Sportstätteneigentum auf der einen und Vereine, die städtische Einrichtungen nutzen auf der anderen Seite dividieren. Schnell kursierte der Begriff der „Gerechtigkeitslücke“ und kurzer Hand wurden spürbare Gebühren für Sporthallen- und Sportplatznutzung eingeführt. Wir vom FV 08 sind in diesem Punkt auch heute noch der Meinung, dass es keine Ungerechtigkeit darstellen kann, wenn steuerzahlende Bürger städtische Einrichtungen, die dem Vereinssport dienen und für diesen erbaut wurden, kostenlos nutzen können. Vielmehr sehen wir die Gebührenerhebung als einen Hinweis darauf, welchen Stellenwert die wichtige gemeinnützige und ehrenamtliche Arbeit der Sportvereine in einer Kommune einnimmt.

Anbau Festhalle an bestehende Sporthalle Unterkochen

Ein zweites großes Thema kam dann mit dem Erweiterungsbau der Sporthalle Unterkochen auf die Bühne der Lokalpolitik. Diese Erweiterung war als Ausgleich für die seit mehr als 30 Jahren nicht eingehaltenen Zusagen aus dem Eingemeindungsvertrag von den Unterkochener Vertretern mehr als zurecht ins Spiel gebracht worden. Angesicht knapper Kassen wurde das Thema dann über mehrere Jahre hinweg so oft in den verschiedenen Gremien diskutiert, dass es beinahe zerredet worden wäre. Auch wenn unsere Fußballspieler keinen unmittelbaren Mehrwert in ihrer Trainingsarbeit aus diesem Erweiterungsbau erfahren, so begrüßen wir doch als Unterkochener Sportverein den Anbau uneingeschränkt. Dank gilt hier dem Ortschaftsrat Unterkochen und Ortsvorsteher Karl Maier, die sich mit viel Engagement für diesen Anbau stark gemacht haben.

FV-08-Jugendfußballer Patrick Funk auf dem Weg zum Profi

Eine riesige Auszeichnung für die Jugendarbeit des FV 08 stellten die verschiedenen Ehrungen von Jugendnationalspieler Patrick Funk dar. Er begann seine Fußballerlaufbahn in der Jugend des FV 08, bevor er über Ebnat und Ulm zum VfB Stuttgart kam, wo er sich derzeit im Amateurkader etabliert. Auf seine bisherige Erfolgskarriere gehen wir in einem separaten Bericht ein.

Vorbereitung und Feier des 100. Geburtstages

Die Jahre 2007 und 2008 waren in der Vorstandsarbeit geprägt von den umfangreichen Vorbereitungen auf unser großes Jubiläumsjahr. Dabei zeigte es sich einmal mehr, dass der FV 08 durchaus in der Lage ist, auch solche Herausforderungen mit großem und gemeinsamem Einsatz aller Verantwortlichen erfolgreich zu meistern.
Blicken wir heute – Mitte des Jahres 2008 – auf die bereits durchgeführten Aktionen zurück, so können diese als voller Erfolg gewertet werden: Begrüßungsfiguren am Ortseingang, T-Shirts mit eigens entwickeltem Jubiläumslogo, die kirchliche Weihe unserer Vereinsfahne an Fronleichnam, das Spiel einer Ostalbauswahl gegen die U19 des VfB Stuttgart, das Sportwochenende Anfang Juni im Häselbachstadion, durchweg mehr als gelungene Aktionen.

Was bleibt, ist die Fertigstellung dieser Festschrift in den nächsten Wochen und die Vorbereitung und Durchführung unseres Festabends am 27. September, zu dem wir alle unsere Vereinsmitglieder und viele geladene Gäste zu einer gemeinsamen Geburtstagsfeier in die Sporthalle Unterkochen einladen werden.

Der Verein im Jahr 2008

Als Schlusswort dieser Chronik zum 100. Geburtstag unseres FV 08 Unterkochen bleibt festzustellen, dass der Verein voller Stolz auf das erste Jahrhundert seines Bestehens zurückblicken kann und gut gerüstet ist für die nächsten hundert Jahre. Der Jubiläumsverein hat sich dem Breitensport mit Schwerpunkt Fußball verschrieben und ist fest verankert in der Bevölkerung des Stadtteils Unterkochen. Die Vorstandschaft des Vereins ist modern und zukunftgerichtet organisiert und vertritt die Vereinsinteressen über den Stadtbezirk Unterkochen hinaus. In den fußballspielenden Abteilungen, bei Leichtathletik, Aerobic, Frauenturnen und Freizeittanz wird von den Abteilungsleitern und Trainern eine hervorragende Arbeit geleistet. Insbesondere die Jugendarbeit lag uns in der Vergangenheit und liegt uns nicht weniger in der Zukunft sehr am Herzen. Die Freude über den Bezirksligaaufstieg unserer aktiven Fußballer gibt unserem ehrenamtlichen Engagement den notwendigen Rückenwind. Mit dem Häselbachstadion, dem „Alten Sportplatz“ und der Sporthalle Unterkochen stehen uns als Verein gute Spiel- und Trainingsstätten zur Verfügung. Durch seriöses Wirtschaften in der Vergangenheit können wir den Verein schuldenfrei ins nächste Jahrhundert führen. Dieser umsichtige Umgang mit den knappen finanziellen Mitteln war auch die Leitlinie für die Veranstaltungen im Jubiläumsjahr. Es wird vor dem Hintergrund einer rückläufigen Bevölkerungszahl im Stadtbezirk Unterkochen und einer großen Konkurrenz durch andere Freizeitbeschäftigungen nicht einfacher werden, auch künftig als Fußballverein erfolgreich bestehen zu können. Wenn es uns gelingt, immer wieder neue Mitarbeiter für unseren Verein zu aktivieren und zu begeistern und diese Begeisterung an unsere Sportler weiterzugeben, dann wird der FV 08 Unterkochen in eine positive Zukunft gehen.